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100 Jahre IG-Farben – 1925-2025 Chemische Industrie im deutschen Faschismus

© NF Ludwigshafen

Im Sommer 2024 wurde von geschichtsinteressierten Naturfreunden die „AG Verdrängte Zeitgeschichte“ in Ludwigshafen gegründet. Die Idee war bedeutende Ereignisse für die Arbeiter*innenbewegung nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Nach der ersten erfolgreichen Veranstaltung, mit über siebzig Besucher*innen, zum großen BASF-Streik von 1924 gab es die Idee weitere Veranstaltungen folgen zu lassen. Der große BASF-Streik gegen die Einführung des Neunstundenarbeitstag hatte für Furore gesorgt, weil u.a.die ganze Belegschaft entlassen wurde und auf „randalierende“ Streikende von der Polizei geschossen wurde und dabei Menschen gestorben sind.

Ein Blick auf die Stadtgeschichte in Ludwigshafen und damit auch auf die BASF hat die Wahl des nächsten Veranstaltungsschwerpunkt leicht gemacht. Im Dezember 1925 wurde die I.G. Farben AG gegründet. Eine Fusion zum damals größten Chemieunternehmen in Europa. Beteiligt waren unter anderen die BASF, Bayer, Hoechst und weitere Unternehmen.

Nachdem wir gemerkt hatten, das die komplexe Firmengeschichte der I.G. Farben nicht an einem Abend zu behandeln ist, haben wir beschlossen zwei Veranstaltungen umzusetzen. Im Oktober 2025 hatten wir den ehemaligen BASF Mitarbeiter und Arbeits- und Gesundheitswissenschaftler Dr. Wolfgang Hien eingeladen. Sein Vortrag beschäftige sich mit der Geschichte des firmeneigenen I.G. Farben Konzentrationslager Auschwitz-Monowitz.

Eines der Ziele der I.G. Farben war, Deutschland von importierten Rohstoffen unabhängig zu machen, etwa durch Kohleverflüssigung oder synthetischem Kautschuk, dem Buna.

Bereits vor 1933 gab es von Firmenseite Kontakte zur Hitler-Partei NSDAP, später Wahlkampfspenden. I.G. Farben steht beispielhaft für die Verzahnung der Wirtschaftseliten mit dem deutschen Faschismus. Ab 1939 wurden Fremd-und Zwangsarbeiter*innen eingesetzt. Während des Krieges waren etwa die Hälfte der auf über 220 Tausend Menschen angestiegenen Belegschaft Fremd- und Zwangsarbeiter*innen.

1941 beschlossen die I.G. Farben, in unmittelbarer Nähe des Konzentrationslagers Auschwitz, in Monowitz, eine riesige Buna-Fabrik aufzubauen. Dieses Projekt ging unter dem Namen I.G. Auschwitz in die Geschichte ein. Unter Aufsicht hochrangiger Führungskräfte, zumeist Chemiker aus dem Ludwigshafener Werk, wurden die Häftlinge tödlichen Unfallgefahren oder schlicht einem Tod durch Entkräftung ausgesetzt. Wer sich widersetzte, wurde zu Tode geprügelt, erschossen oder im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Mindestens 25.000 Menschen fanden allein

beim Aufbau des Buna-Werkes in Monowitz den Tod.

Ende November 2025 haben wir dann die zweite Veranstaltung mit dem Titel „ Geschichte & Karrieren am Beispiel des I.G. Farben Kartells und der BASF“ organisiert. Sie wurde von André Neu, Nachkomme von Opfern des Faschismus und dem ehemaligen Betriebsrat Fritz Hofmann aus Ludwigshafen, gestaltet. Der Vortrag beschäftigte sich mit der Konzerngeschichte der I.G. Farben und Vor- und Nachkriegsbiographien einiger ihrer führenden Manager und Angestellten. Hunderte von Menschen aus der Rhein-Neckar Region waren direkt oder indirekt am Holocaust beteiligt. Zum Ende des zweiten Weltkriegs am 1.1.1945 beschloss der Alliierte Kontrollrat, die I.G. Farben vollständig zu enteignen. Im August 1947 kam es zum Urteil gegen 23 IG-Manager vor dem Alliierten Kriegsverbrechertribunal.

Die Ankläger warfen ihnen unter anderem die Planung und Vorbereitung des Angriffskrieges, Raub und Plünderung, die Versklavung und Tötung der Zivilbevölkerung, der Kriegsgefangenen und Konzentrationslagerinsassen vor. Viele der angeklagten Manager der I.G. Farben konnten ihre

Karriere nach den Entflechtungsverhandlungen in den Westzonen in den neugegründeten Unternehmen BASF, Hoechst direkt fortführen. Oder sie wurden Ehrenbürger, wie Carl Wurster in Ludwigshafen. Viele der bei I.G. Farben eingesetzten Zwangsarbeiter:innen in Osteuropa und die nicht-jüdischen Überlebenden in Westeuropa hatten fast keine Chance, Entschädigungszahlungen vor Gericht einzuklagen.

Beide Veranstaltungen im ver.di-Haus in Ludwigshafen waren mit jeweils knapp 80 Menschen sehr gut besucht. Die „AG-Verdrängte Zeitgeschichte“ will weiter am Thema bleiben und möchte die Ehrenbürgerschaft von Carl Wurster in Frage stellen. Ebenso ist eine Wiederholung der Veranstaltung im Laufe des Jahres in Planung. Wer Interesse hat, kann sich mit den Naturfreunden Ludwigshafen in Verbindung setzen.

Ein Dank geht noch an die Mitveranstalter*innen wie den Verein „Industriekultur Rhein-Neckar e. V.“, die Ortsgruppe der NaturFreunde Ludwigshafen, die Attac-Regionalgruppe Ludwigshafen und die Gewerkschaft ver.di in Ludwigshafen. Weitere Informationen zu dem Thema findet ihr auf der Homepage des Wollheim-Memorials. Das Norbert Wollheim Memorial ist benannt nach Norbert Wollheim (1913–1998), Überlebender des Konzentrationslagers Buna/Monowitz. http://www.wollheim-memorial.de/

André Neu – „AG-Verdrängte Zeitgeschichte"

  • Ortsgruppe Ludwigshafen

    © 
    NaturFreunde Ludwigshafen

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