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Projekt "NaturFreundliche Gärten": An vier weiteren Häusern wurde Raum für heimische Wildpflanzen geschaffen

© Petra Knoll

Und eine weitere Etappe des Projektes NaturFreundliche Gärten an Naturfreunde-häusern ist geschafft! Im Herbst 2025 wur-den an vier weiteren Naturfreundehäusern bzw. Vereinsheimen neue Beete mit heimi-schen Wildpflanzen angelegt:

Am Rudi-Klug-Haus entstand rechts neben dem Eingang ein Beet mit schatten- und trockenheitstoleranten Wildpflanzen, die an die besonderen Standortbedingungen an-gepasst sind und auch unter schwierigen Voraussetzungen wertvollen Lebensraum bieten.

Am Rahnenhof wurden gleich mehrere Lebensräume geschaffen: Links vom Ein-gang wurde ein Beet mit besonders bie-nenfreundlichen Wildpflanzen angelegt. Zwei Baumstämme sowie ein Sandarium bieten zusätzliche Nist- und Überwinte-rungsmöglichkeiten für Wildbienen und andere Insekten. Rechts vom Eingang wachsen nun Wildpflanzen, die bevorzugt von Schmetterlingen besucht werden. Auch hier sorgt Totholz für strukturreiche Le-bensräume und erhöht die ökologische Vielfalt.

Am Naturfreundehaus Speyer wurde zum Zaun hin eine schützende Ligusterhecke und davor ein großes Wildstaudenbeet angelegt. Der Gemeine Liguster ist eine gute heimische Alternative zu der beliebten und häufig genutzten gebietsfremden Lor-beerkirsche, die keinen großen ökologischen Nutzen hat und potentiell invasiv ist. Der heimische Liguster dagegen bietet Nahrung für 26 Raupen-, 11 Schmetterlings-, 14 Käfer-, 14 Schwebfliegen-, 2 Wildbienen-, 21 Vogel- und 10 Säugetierarten (Quelle: naturaDB).

Am Naturfreundehaus Lambrecht im Kohlbachtal haben wir die bereits bestehenden Beete im Eingangsbereich gezielt ergänzt. Gepflanzt wurden heimische Wildpflanzen, die in Rheinland-Pfalz inzwischen selten geworden oder rückläufig sind.

So nimmt unser Gartenprojekt weiter Gestalt an und trägt ganz konkret zum Schutz gefährdeter Pflanzenarten bei.

© Karla Bloecher, NFH Speyer

Conservation Gardening – Arterhaltendes Gärtnern

Ein wichtiges Element unseres Projektes ist das Konzept des Conservation Garde-ning. Dieser Ansatz verfolgt das Ziel, ge-fährdete heimische Pflanzen gezielt in Gär-ten und auf kommunalen Grünflächen zu erhalten und zu fördern. Aktuelle Erkenntnisse des Deutschen Zent-rums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Universität Leipzig zeigen, dass rund 40 Prozent der rückläufigen und gefährdeten heimischen Pflanzenarten in Deutschland grundsätzlich für die Anpflanzung in Gärten und öffentlichen Grünanla-gen geeignet sind. Eine frei zugängliche Online-Datenbank unterstützt dabei, pas-sende Pflanzen für den eigenen Garten zu finden und verweist zudem auf Gärtnereien, die diese Arten im Sortiment führen.

Conservation Gardening ist daher ein niedrigschwelliges Angebot, um selbst im eigenen Garten aktiv zu werden und einen kon-kreten Beitrag zum Erhalt gefährdeter Arten zu leisten.

Am Naturfreundehaus Lambrecht wurde das Thema Conservation Gardening von uns besonders in den Fokus gerückt. Hier werden im kommenden Frühjahr u. a. das Echte Herzgespann, die Pracht-Nelke, die Kalk-Aster und die Duft-Scabiose wachsen, die in Rheinland-Pfalz als stark gefährdet eingestuft sind. Es wurde auch eine vom Aussterben bedrohte Essig-Rose gepflanzt.

Auch in vielen weiteren Beeten, die im Rahmen dieses Projekts bereits entstanden sind oder noch entstehen werden, finden selten gewordene Pflanzenarten künftig einen geschützten Platz. Ein schönes Beispiel dafür ist ein Blumenkübel am Naturfreundehaus Haßloch: Hier wachsen der hochwüchsige Ährige Ehrenpreis mit seinen leuchtend blauen Blüten sowie der niedrig bleibende Sand-Thymian. Beide Arten gelten in Rheinland-Pfalz ebenfalls als stark gefährdet. Dies zeigt eindrucksvoll, wie selbst kleine Pflanzflächen einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der heimischen Flora leisten können.

Karla Blöcher

Fachkraft für Umweltfragen und Umweltbildung, NaturFreunde Rheinland-Pfalz e.V.
67063 Ludwigshafen | Ebertstr. 22

Tel.: 0621/96356302
E-Mail: karla.bloecher@naturfreunde-rlp.de

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