Nach einiger Vorbereitung lud die Umweltgruppe ein, am 30. Mai im Rahmen der Woche zur Mainzer Artenvielfalt, ein Magerbeet/ Sandarium zu bauen. Von 20.-31. Mai waren Vereine, Gruppen, Initiativen aufgerufen sich mit dem Thema der Artenvielfalt auseinanderzusetzen.
Wir nahmen diese Woche zum Anlass unseren bisherigen Begrünungen im Rahmen des Projektes, das von der Stiftung Natur und Umwelt mithilfe der Umweltlotterie Bingo finanziert wird, einen weiteren Aspekt für naturnahe und heimische Gärten hinzufügen. Ein Magerbeet und Sandarium stellt neben der Benjeshecke einen weiteren Rückzugsort, insbesondere für bodenbrütende Insekten, dar. Auch trockenheitsresistente heimische Pflanzen finden hier ihren Platz. Das Ganze haben wir umrahmt mit gebrauchten Dachziegeln. Außerdem bekam unser upcycling-Magerbeet noch eine Wasserstelle für Vögel und Insekten, die letzten heißen Tage im Juni haben die Pflanzen bereits gut überstanden
Bevor wir loslegen konnten, mussten wir bei der Standortwahl neben dem idealen Lichteinfall, zunächst berücksichtigen, dass im Garten auch Zelte aufgebaut werden können, sodass wir unseren Platz, sehr bewusst ausgewählt und vermessen haben. Bereits im Vorfeld wurde die Grasnarbe entfernt, Pflanzen wurden an andere Ecken im Garten umgesetzt und dann rollte das Material pünktlich am Samstag an. Neben ca. 850 kg Sand bekamen wir einen weiteren Big Pack mit Mineralgestein, damit Wasser abfließen kann und nicht aufgestaut wird. Jetzt mussten die Ziegel, die einmal grob gesetzt waren, Platz machen, damit wir das Material dort aufschichten konnten, dazu gehörte auch das Retten einiger Schnecken, die sich hier bereits ein schattiges Fleckchen gesucht hatten.
Dank der Unterstützung einiger Gäste und Nachbarn war das Material schneller als gedacht an seinem Bestimmungsort und die Ziegel konnten wieder gelegt werden, was ab und an mehr einem Mikado gleichkam als einem Bauprojekt. Natürlich gab es auch eine Bauabnahme bevor wir zum nächsten Teil, dem Setzen der Pflanzen, übergehen konnten Zum Schluss wurde die Wasserstelle gefüllt und das Beet mit Totholz und weiteren Steinen bestückt, vielleicht bekommen wir ja irgendwann auch Eidechsenbesuch, die sich in der Sonne aufwärmen.
Es hat uns viel Spaß gemacht ein solches Magerbeet anzulegen, unsere Erfahrung von diesem Tag geben wir gerne weiter. Das Begrünungsprojekt beinhaltet auch eine Schulungsmaßnahme, einen Workshop oder einen Vortrag. Diesen planen wir für den Spätherbst/ Winter mit Caroline Probst, Landschaftsplanerin und Spezialistin zur Gestaltung naturnaher Gärten im öffentlichen & Siedlungsbereich. Um die Aufmerksamkeit und das Interesse für die Anlagemöglichkeiten von naturnahen Gärten weiter auszudehnen, möchten wir dazu auch die Nutzer der Kleingartenanlagen und Bewohnerinnen und Bewohner der Genossenschaft dazu einladen. Selbst auf kleinen Flächen kann eine naturnahe Oase entstehen und dem Insektensterben etwas entgegensetzen.

